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So verlängern sie die Lebenserwartungen von Schlauchleitungen – mit Sicherheit!


Mit technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen können Betriebe die Lebenserwartung von industriellen Schlauchleitungen gezielt verlängern. Darauf macht die Fachgruppe „Schlauch- und Armaturentechnik” (SAT) im VTH Verband Technischer Handel e.V. aufmerksam.

Technische Schutzmaßnahmen

Schlauchleitungen sind Verschleißteile, deren Nutzungsdauer durch die Lagerungsbedingungen, die jeweiligen Beanspruchungen und die Betriebsfaktoren beeinflusst werden. Bereits vor dem eigentlichen Einsatz werden mit der Auswahl der eingesetzten Schlauchleitungskomponenten unter Berücksichtigung der Parameter Medium, Betriebsdruck und Betriebstemperatur die Rahmenbedingungen für die Einsatzdauer festgelegt. Zusammen mit der anschließenden Verlegung entscheidet sich, welche Chance die Schlauchleitung hat, lange intakt zu bleiben. Nur wenn die jeweiligen Betriebsbedingungen vor Ort beachtet und mechanische Belastungen minimiert werden, lässt sich ein wortwörtlich reibungsloser Einsatz der Schlauchleitung gewährleisten.

Die Schlauchdecke darf weder ständig am Boden scheuern noch über scharfkantige Bauteile gezogen werden. Dort, wo Schlauchleitungen Wege queren, sollten sie mit Schlauchbrücken gegen ein Überfahren geschützt sein.

Schlauchleitungen sind so zu dimensionieren, anzuschließen und zu verlegen, dass sie in Längsrichtung nicht verdreht werden (Torsion), dass sie besonders hinter den Armaturen nicht abknicken, dass sie keiner Zugbelastung ausgesetzt sind und dass der kleinste zulässige Biegeradius nach Herstellerangaben nicht unterschritten wird.

Die VTH-Fachgruppe SAT, in der sich über 70 führende Hersteller von Schlauchleitungen aus dem D-A-CH-Gebiet zusammengeschlossen haben, empfiehlt weiterhin, bei der Schlauchauswahl eine Druckstufe zu wählen, die höher liegt als die technisch erforderliche. Ein entsprechender Sicherheitsfaktor schützt vor ungewollten Ausfällen und erhöht die Betriebssicherheit.

Um die Lebensdauer von Schlauchleitungen zu erhöhen, führt der Technische Handel zahlreiche Hilfsmittel im Programm, die durch ihre Schutzfunktion die Belastungen auf den Schlauch und die Armatur verringern. So kann er seine Kunden hinsichtlich folgender Schutzmaßnahmen beraten:

  • Schlauchsattel (verhindert ein Abknicken)
  • Drehgelenk (schützt vor Torsion)
  • Kugelgelenk (bewahrt vor Abknicken und Torsion)
  • Überfahrbrücke (gewährleistet schadloses Überfahren)
  • Prallring (schützt die Armatur vor Beschädigungen)
  • Hitzeschutz (verhindert thermische Schäden, zum Beispiel infolge von Strahlungshitze an Hochöfen)
  • Scheuerschutz (schützt die Schlauchdecke vor mechanischen Beschädigungen)

Als komfortable „All-in-one“-Lösung bei Schlauchleitungen mit großem Durchmesser und hohem Gewicht kann ein Schlauchgelenkarm eingesetzt werden. Er schützt gleichermaßen gegen Abknicken, Torsion und Überfahren und erleichtert die Handhabung.

Organisatorische Schutzmaßnahmen

Für einen sicheren Umgang mit Schlauchleitungen ist unbedingt die Betriebsanleitung des Herstellers zu beachten. Dieser gibt beispielsweise auch Hinweise zu den Reinigungsmitteln und -verfahren, die geeignet sind.

Folgenden Punkte sind generell zu befolgen:

  • ordnungsgemäßer Transport (vermeidet mechanische Beschädigungen)
  • Farbkennzeichnung, Kodierung (schließt Verwechslungen aus)
  • Erdung der Schlauchleitung (beim Umgang mit entzündlichen Flüssigkeiten und in explosionsgefährdeten Bereichen)
  • wiederkehrende Überprüfung des elektrischen Widerstandes der Schlauchleitung
  • drucklos abkuppeln (ggf. Entspannungs- und Druckentlastungseinrichtungen vorsehen)
  • vollständig entleeren, ggf. spülen und Schlauchenden nach Gebrauch verschließen (Achtung: Leitungen für heiße Stoffe und Dampf erst nach dem Erkalten verschließen)
  • keine Verwendung nach Ablauf der Prüffrist (Prüfzyklen einhalten)
  • regelmäßiges Nachziehen der Schrauben (bei Schläuchen aus Elastomeren und Thermoplasten können sich die Schrauben der Klemmschale lockern)

Im Betrieb sollten bei Schlauchleitungen routinemäßige Sichtkontrollen durchgeführt werden. Dabei ist besonders auf Verformungen des Schlauches, Risse, Blasen und Aushärtungen sowie ggf. auf Korrosion und Beschädigung von eventuell vorhandenen Drahtumflechtungen zu achten.


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