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Mobiles Lager mit 200 Artikeln und 14.000 Teilen zum sofortigen Einsatz

Projektreferenz


Wer den Auftrag übernimmt, ein AKW zurückzubauen, braucht kompetente Partner. Im Falle eines Kernkraftwerks in Skandinavien vertraute Balcke-Dürr nach gemeinsamer Auswahl, dem Technischen Händler PIEL, die Prüfung, Konfektionierung und Bereitstellung aller benötigten Maschinen und Werkzeuge an. Und dies in nur sechs Wochen.

„Qualität auf den Punkt: PIEL hielt uns als erfahrener Partner für Rückbau zuverlässig den Rücken frei, damit wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren konnten.“

TORSTEN SCHMIDT
Prokurist, Director Service & Supply Chain
Balcke-Dürr GmbH

Die Energiepolitik und mit ihr die Energiewirtschaft sind nach wie vor in Bewegung: Gesetzliche oder finanzielle Rahmenbedingungen führen in vielen Ländern zur Stilllegung oder Modernisierung großer Kraftwerke. Auch wenn die Szenarien in Europa unterschiedliche sind, die Energiewende verlangt überall nach einem: nach technischen Spezialisten, die sich auf den Rückbau ausgedienter Großkraftwerke verstehen.

Ein solcher Spezialist ist die Balcke-Dürr GmbH aus Düsseldorf. Die Balcke-Dürr GmbH fertigt Apparate für Kraftwerke und bietet umfangreiche Servicedienstleistungen in der Kraftwerksinstandhaltung. Als Spezialist für alle Komponenten des Wasserdampfkreislaufes ist deren Wärmetauscher-Service allen Anforderungen während der gesamten Laufzeit gewachsen. Das Service-Spektrum umfasst: Beratung, Planung, Engineering, Fertigung, Lieferung, Montage. Auf Grund einen eigenen Montagemannschaft und exzellenten Ingenieuren ist die Balcke-Dürr GmbH in der Lage, schnell und kundenorientiert Lösungen zu erarbeiten.

Der Anlagenbauer ist international tätig und hat so vom Eigentümer und Betreiber des schwedischen Kernkraftwerks den Auftrag erhalten, die 2016 bzw. 2017 stillgelegten Blöcke 1 und 2 mit Altreaktoren aus den 1970er-Jahren zurückzubauen. Die Anlagen waren nach einem neuen Besteuerungsmodell der schwedischen Regierung, der sogenannten „Effektsteuer“, nicht länger aussichtsreich zu betreiben.

Die Rückbauplanung als auch die Demontagearbeiten vor Ort im Kraftwerk werden von der Tochtergesellschaft Balcke-Dürr Nuklearservice GmbH mit Sitz in Karlsruhe durchgeführt. Sie bietet für alle Phasen des Rückbaus von kerntechnischen Anlagen hochwertige Ingenieurdienstleistungen in den Bereichen Stilllegung, Rückbau, Strahlenschutz und Freigabe. Durch ihre Zertifizierungen nach DIN ISO 9001 und der KTA 1401 nimmt die Einhaltung von Vorgaben zur Sicherheit und der Qualität einen hohen Stellenwert ein.

Mario Ernst zwischen 12 Etagenwagen

Projektleiter Jörg Schneider überprüft den Bedarf an Armaturen und Schläuchen für eine Schlauchleitung.

Verladung des Etagenwagens.

Vorausschauend mitdenken und Arbeit abnehmen

Um seine Demontage-Teams gleich zu Beginn des Jahres 2021 handlungsfähig zu machen, sprich: mit Maschinen, Werkzeugen, Verbrauchsmaterial und Arbeitsschutzartikeln auszustatten, holte sich Balcke- Dürr einen erfahrenen Partner an Bord. „Wir wandten uns an PIEL Die Technische Großhandlung, die in Dresden eine Niederlassung unterhält. Der Industrieausstatter war uns empfohlen worden, weil er schon 2017 in Philippsburg die Komplettversorgung für die Rückbauarbeiten übernommen hatte“, berichtet Stefan Springborn, Abteilungsleiter bei der Balcke-Dürr Nuklearservice GmbH.

„Wir hatten uns damals große Anerkennung verdient, weil wir zuverlässig und auf den Punkt den gesamten Bedarf deckten“, erinnert sich Mario Ernst, PIEL-Geschäftsführer am Hauptsitz im westfälischen Soest. Er nennt auch den Grund dafür: „Vorausschauend mitdenken und im großen Stil Arbeit abnehmen, das überzeugt, nein, das begeistert anspruchsvolle Kunden im Projektgeschäft.“

Die Interpretation des Begriffes „Komplettversorgung“ lag denn auch von vornherein bei den Technik- und Logistikexperten von PIEL – binnen einer Frist von sechs Wochen nach Auftragserteilung. Die kam Ende November 2020 und enthielt die Vorgabe: Anlieferung des Materials am 7. Januar in Schweden.

Während manch anderer – wegen der Komplexität und Kurzfristigkeit – einen Rückzieher gemacht hätte, sah der Technische Händler den Ehrgeiz bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwachen. „Obwohl uns klar war, dass die Weihnachtsferien beschnitten würden, machten wir uns sofort daran, den Bedarf zu erfassen und die Verfügbarkeit der Artikel bei den Herstellern zu prüfen“, berichtet Jörg Schneider, Projektleiter bei PIEL am Standort Dresden. „Unser Anspruch war von Anfang an, alles aus einer Hand und im Paket zu liefern. Bestellungen ungesehen und portionsweise direkt an die schwedische Südostküste liefern zu lassen, wie es bei Internethändlern der Fall ist, kam für uns nicht in Frage“, fügt Schneiders Kollege Jan Morche an.

Demontage-Baukasten mit 14.000 Teilen

Was es für den AKW-Rückbau bedarf, listete PIEL in Zusammenarbeit mit der Balcke Dürr Nuklearservice GmbH sorgfältig auf. Am Ende waren mehr als 200 Artikel auszuwählen, einzukaufen, zwischenzulagern, zu prüfen und neu zu konfektionieren – insgesamt über 14.000 Teile. Die Range reichte von Kompressoren zur Druckluftversorgung und Rohrtrennmaschinen über diamantbesetzte Bohrkronen und Seilsägen bis hin zu Anschlagmitteln und Hebezeugen, Schlauchleitungen und Wasserfangsystemen sowie LED-Flutlichtstrahlern und Fallschutzausrüstungen für sicheres Arbeiten zu jeder Tageszeit.

„Gleichzeitig erfassten wir die Maschinen, Geräte und Persönlichen Schutzausrüstungen in unserer Software. Meine Kolleginnen und Kollegen digitalisierten Bedienungsanleitungen, Prüfzeugnisse, Wartungsvorgaben und hinterlegten Prüftermine in deutscher und englischer Sprache“, erläutert Dipl.-Ing. Michael Beck, PIEL-Standortleiter in Dresden. Die jeweiligen Daten sind nun in Schweden jederzeit über einen QR-Code zugänglich. Dieser ist auf Bohr-, Säge-, Schneid-, Schleif- und sonstigen Geräten aufgeklebt und mit dem Smartphone oder Tablet lesbar.

QR-Code zum Abruf aller Begleitinformationen.

Einsatzbereite Druckluftsäge, schon befreit von Verpackungsmaterial.

Riesige Bohrkronen mit Diamantschneiden.

Auf Nummer sicher gehen, in jeder Hinsicht

„Alles muss sicher sein“, lautete die Devise von Projektleiter Jörg Schneider. Dabei gelten bei einem AKW nochmals verschärfte Regeln. Diese wirken sich bereits auf die Art der Bereitstellung der Werkzeuge aus. Kennt und beachtet man diese nicht, dürfen die Dresdner Waren nicht im Kontrollbereich der Reaktoranlagen eingesetzt werden.

Nicht nur die radioaktive Strahlung, sondern auch andere Gefährdungen stellen besondere Anforderungen an die Konfektionierung von technischem Bedarf und Zubehör. „Da wir mit Asbestlasten aus den 1970er-Jahre-Bauten rechnen müssen, haben wir uns auch darauf eingestellt“, verrät Jan Morche. Deshalb sind nun unter anderem Industriesauger und Filter mit Asbestzulassung an Bord, Asbestabfallsäcke und Klebeband zum dichten Verschließen.

Übrigens: Fachkompetenz besteht auch beim Arbeitsschutz, denn dort heißt es „Safety first“. PIEL verfügt über das Prüfsiegel für “Zertifizierte Fachbetriebe für PSA nach VTH-Standard” und beschäftigt über 25 hauseigene “Geprüfte Fachberater für PSA (Persönliche Schutzausrüstung)”, die in Zusammenarbeit mit dem VTH Verband Technischer Handel e.V. und dem berufsgenossenschaftlichen Zentrum für Sicherheitstechnik ausgebildet wurden.

30 Tonnen wohlgeordnete High-Tech-Ware

PIEL beschaffte zwei neue Überseecontainer für je 30 Tonnen Ware und stattete sie im Dezember mit Strom, Licht und Laderampen aus. Damit die wertvolle Fracht beim Transport nicht beschädigt wird, sortierte sie der Technische Händler wenige Tage vor Weihnachten in 12 Etagenwagen und 16 Gitterboxen aus Metall, die den Raum exakt ausfüllen. Container und Ordnungssysteme dienen nach ihrer Ankunft in Schweden als mobile Materiallager.

Am 4. Januar 2021 war es dann so weit: Spedition und Krandienst waren pünktlich zur Stelle, und zwei Sattelzüge sowie der LKW mit den Überseecontainern verließen wenig später die Elbmetropole. Drei Tage und 1.000 Kilometer später staunten der Kraftwerksbetreiber, der Projektleiter und der Sicherheitsbeauftragte nicht schlecht, als sie die Arbeitsmittel sortiert, mit einem Schließsystem gesichert und einsatzbereit in Empfang nehmen konnten. Anstatt tagelang Kartons und Kisten auszupacken und den Inhalt zu sortieren, konnte das Demontage-Team sofort an den Werkzeugen geschult werden – ein wertvoller Zeitgewinn gleich zum Start des ehrgeizigen Rückbauprojekts.

Spedition und Krandienst arbeiten Hand in Hand, um zwei Sattelzüge und einen LKW auf die Reise zu schicken.


Erstellt von Kollaxo für PIEL


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