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Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Arbeitsmitteln

Eine Verpflichtung gemäß Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)


Mit einer Gefährdungsbeurteilung liegt den Unternehmen ein Instrument vor, um die sichere Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln zu gewährleisten. Dabei ist die Gefährdungsbeurteilung, die vom Gesetzgeber gefordert wird, nicht nur eine einmalige Erstbeurteilung. Sie muss auch bei jeder weiteren Änderung in Hinsicht auf Arbeitsmittel und Arbeitsprozesse durchgeführt werden. Beispielsweise bei der Beschaffung von neuen Arbeitsmitteln oder im Rahmen von regelmäßigen oder situativen Überprüfungen, zum Beispiel nach Störfällen an Maschinen und Anlagen.

781.050

meldepflichtige
Unfälle

registrierte die DGUV allein im Jahr 2016.

60 Min.

erhöhtes Risiko

Zwischen 10 und 11 Uhr geschehen die meisten Arbeitsunfälle im Betrieb.

24 %

der tödlichen Unfälle

passieren mittwochs, gefolgt von Dienstag und Montag.

56 %

der tödlichen Abstürze

sind u.a. auf eine fehlende Gefährdungsbeurteilung zurückzuführen.

Eine Gefährdungsbeurteilung wird in sieben Schritten umgesetzt. Der Unternehmer muss nicht nur Gefährdungen untersuchen, die von der Bereitstellung und Benutzung des Arbeitsmittels selbst ausgehen, sondern auch Gefährdungen, die durch Wechselwirkungen mit anderen Arbeitsmitteln, mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung entstanden sind.

Die 7 Stufen im Prozess der Gefährdungsbeurteilung

Tipp
Eine Gefährdungsbeurteilung muss vor Beginn einer Tätigkeit an einem Arbeitsmittel durchgeführt werden, auch die erforderlichen Schutzmaßnahmen müssen schon im Vorfeld der Tätigkeitsaufnahme überprüft werden.

Arbeitsmittelbedingte Gefährdungen sind zum Beispiel:

  • mechanische Gefährdungen
  • Gefährdungen durch Absturz
  • Lasten oder Materialien, elektrische Gefährdungen
  • Gefährdungen durch Dampf und Druck
  • Brand- und Explosionsgefährdung
  • thermische Gefährdungen und solche durch physikalische Einwirkungen, z. B. Lärm, Erschütterungen
Für eine Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsmitteln ist wichtig:
  • Sie muss vor der Auswahl und der Beschaffung begonnen werden, da bereits dann entschieden wird, ob sich die Arbeitsmittel für die geplante Verwendung und die Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation im Unternehmen eignen.
  • Es muss in ihrem Rahmen geprüft werden, ob die vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsstandards auf Grundlage des Produktsicherheitsgesetzes (unter anderem in den Betriebsanleitungen angegeben) ausreichen, um die Sicherheit und Gesundheit der Belegschaft zu garantieren.
  • Ist der Schutzstandard der erworbenen Arbeitsmittel nicht ausreichend, müssen weitere Schutzmaßnahmen im Betrieb umgesetzt werden.
  • Bei der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln müssen auch die psychische Belastung der Beschäftigten sowie ergonomische und altersgerechte Anforderungen berücksichtigt werden.
  • Die sichere Verwendung von Arbeitsmitteln muss während des gesamten Lebenszyklus' eines Arbeitsmittels überprüft werden.
  • Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Prüfungen und Prüffristen.
  • Gefährdungsbeurteilungen müssen auch für überwachungsbedürftige Anlagen (zum Beispiel in explosionsgefährdeten Bereichen) durchgeführt werden, auch wenn bei deren Betrieb ausschließlich dritte, betriebsfremde Personen gefährdet werden.
Instandsetzung und Prüfung
gemäß TRBS 1112

Die Technische Regel TRBS 1112 »Instandsetzung« beschreibt die Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung von Instandhaltungsarbeiten. Dazu nennt sie beispielhafte Maßnahmen. Eine notwendige regelmäßige Überprüfung der Funktionsfähigkeit stellt sicher, dass die Sicherheitsvorrichtungen am Arbeitsmittel intakt sind, und deckt mögliche Manipulationen auf.

 

Tipp
Manipulierte Schutzeinrichtungen an Maschinen sind deutschlandweit jedes Jahr der Grund für etwa zehntausend zum Teil schwere und tödliche Unfälle. Manipulationen und deren Ursachen gefährden aber nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern kosten bei Stilllegung der Maschinen auch viel Geld. Fortlaufende Prüfungen lohnen sich also doppelt.

Tipp
Bei der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln sind die seit Juni 2015 geltenden besonderen Anforderungen der neuen Betriebssicherheitsverordnung zu beachten. Die TRBS 1111 »Gefährdungsbeurteilung« konkretisiert diese Anforderungen und ist daher eine wichtige Handreichung für die betriebliche Praxis.


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